
In drei Vorstellungen führte der Chor Inscriptum das Theaterstück „Ich bin der Wind“ des Nobelpreisträgers Jon Fosse im Parkhaus Central in St.Gallen auf.
Zwei Männer auf einem Segelboot Der eine sehnt sich nach seinem Verschwinden, der andere versucht ihn in der Gegenwart zu halten, das Leben sei doch gar nicht so schlecht. Die Situation auf dem Meer, die Beziehung der beiden Männer und das Verhandeln existenzieller Fragen entwickeln einen besonderen Sog, dem sich das Publikum nur schwer entziehen kann. Am Ende wird alles leicht – wie der Wind.
Wie in all seinen dramatischen Texten verdichtet Jon Fosse Lebenssituationen und biographische Fragmente zu einem grossen, konzentrierten szenischen Langgedicht. Das Ungefähre, das Verschwommene und Verschwundene, die verklärte Vergangenheit sind die grossen Themen Fosses. Der Chor Inscriptum verstärkte, zentrierte und durchkreuzte die Verzauberung des Banalen und Alltäglichen musikalisch vielfältig.
Aufführungsrechte beim Rowohlt Theater Verlag
Musikalische Leitung: Kristjan Döhring
Textfassung und Regie: Andreas Wiedermann
Mitwirkende:
Nick-Robin Dietrich und Jakob Tögel (Schauspiel)
Chor Inscriptum (Gesang und Schauspiel)
Musik von:
J.S. Bach, J. Dowland, E. Ešenvalds, F. Falkner, J. MacMillan, A. Pärt, A. Schnittke
Wir danken:
Parkhaus Central, Stadt St.Gallen, der Kulturförderung des Kantons St.Gallen/swisslos, Kultur St.Gallen plus, Ortsbürgergemeinde St.Gallen, Susanne und Martin Knechtli-Kradolfer-Stiftung, Bach Heiden, Openair Kino St. Margrethen
Bilder:
© Udo Tempelmann CC BY-SA 4.0
Presse:
Martin Preisser führte vorab ein Interview mit dem musikalischen Leiter Kristjan Döhring. Der Artikel erschien im St.Galler Tagblatt vom 11. September 2026.
Am 18. September besuchte Martin Preisser die Premiere. In seiner Rezension (St.Galler Tagblatt, 21.09.2027) hält er das Parkhaus für einen „stimmigen Ort für Wort und Musik“, insbesondere passend für ein nordisch-düsteres Bühnenstück. Der Text von Fosse gehe als ein packendes Stück Literatur in lakonischer Sprache unter die Haut, die Schauspieler rängen um „Hoffnung und Tod, um Kraft und Zerfall“, Andreas Wiedermann habe ein intensives Zwei-Personen-Stück gekonnt inszeniert. „Die Musik wird zum Kommentar für den Text, sie … schlägt eine Schneise zwischen die Dialoge“, so Preisser. Inscriptum brachte nicht nur musikalisch, sondern auch „choreografisch viel Bewegung in den Abend … Für einen Laienchor eine beeindruckende Leistung, überzeugende Bühnenpräsenz mit nicht leicht und auswendig zu singenden Partituren“.
Proben:
Bereits Ende Mai fanden erste Proben im Klanghaus (Toggenburg) statt. Sowohl musikalisch …

… als auch spielerisch …

… wurde unter der Regie von Andreas Wiedermann (unten, 2. v. li.) unsere Version des Stücks einstudiert.




